Tag 14: Heute laufen wir am späteren Vormittag bei dramatisch bewölktem Himmel von zuhause aus los. Uns ist nach einem gemächlichen Tag. Und so wählen wir eine moderate Wanderstrecke, die am Fuße des Wank startet.

Es geht mäßig, aber stetig bergauf. Immer wieder bleiben wir zwischendurch stehen. Nein, nicht weil uns die Puste ausgeht, sondern weil die Aussicht so toll ist! Das Wettersteingebirge zeigt sich von seiner schönsten Seite. Zwar hat sich die Sonne heute einen freien Tag gegönnt, doch die sich fast im Minutentakt ändernden Wolkenformationen sind mehr als nur ein Ersatz.

Wetter und Stein

Nach einer Weile erreichen wir die Hacker-Pschorr-Brücke. Die 2012 eröffnete Hängebrücke spannt sich über eine Länge von 55 Metern über die Faukenschlucht. Die Brauerei Hacker-Pschorr übernahm 15 % der Baukosten von insgesamt 200.000 Euro und sicherte sich damit das Namensrecht.

Abgehängt
Über dem Abgrund

Jenseits der Brücke lockt uns die schicke Tannenhütte mit einem kühlen Getränk, schöner Architektur und einem phänomenalen Blick aufs Wettersteingebirge. So lässt es sich aushalten. Das Spiel der Wolken wird immer bizarrer und surrealer mit Hang zum Drama. Wir können uns kaum daran sattsehen!

Liegestuhl
Fern …
… und nah
Immer griffbereit
Durch die Blume
Wie gemalt!
Rastplatz

Am frühen Nachmittag steigen wir wieder Richtung Partenkirchen hinab und gönnen uns dabei den einen oder anderen Panoramablick ins Tal und auf die Große Olympiaschanze.

Panorama-Drama
Der große Sprung

Den Nachmittag vertrödeln wir in der Wohnung und auf dem Balkon. Am frühen Abend packen wir unser Hab und Gut so weit wie möglich zusammen, damit wir morgen früh zeitig und ohne Stress auf die Piste kommen.

Tag 15: Aufbruch! Als alles fertig gepackt im Auto verstaut ist, fällt mir siedend heiß und zum Glück noch rechtzeitig ein, dass ich den ortstypischen Schmuck am Nachbarhaus noch fotografieren wollte. Wenn ich euch schon ein Foto vom Almabtrieb schuldig geblieben bin, so sollt ihr doch wenigstens ein paar ordentliche Glocken anschauen können. Voilà!

Glockenparade

Hit the road, Stef! Am heutigen Feiertag – wir schreiben Samstag, den 3. Oktober 2020 – sind wir zwar nicht gerade alleine auf weiter Autobahnflur, bleiben jedoch von Staus verschont. Wir haben uns entschieden, nicht auf direktem Weg nach Berlin zu fahren, sondern einen mehrtägigen Zwischenstopp in Frankfurt am Main einzulegen. Dort landen wir am Nachmittag in strömendem Regen, der uns begleitet, seit wir die Grenze zu Hessen passiert haben. Wir gehen noch kurz auf die Suche nach etwas Essbarem, drehen eine kleine Runde zu Fuß durch die nähere Umgebung und machen es uns für den Rest des Tages im Hotel gemütlich. Feierabend!

Tage 16 und 17: Wie gut, dass wir kleidungstechnisch für jedes Wetter gerüstet sind! Denn über Nacht ist in Frankfurt eine neue Eiszeit angebrochen. Den Temperatursturz flankiert ein sehr stürmischer Wind, so dass an diesen beiden Oktobertagen ohne Handschuhe, Schal und Mütze nichts geht. Doch das kann uns nicht schrecken. Stefan ist wild entschlossen, seine eigens erstellte Liste an Fotomotiven „abzuarbeiten“. Denn Frankfurt kann Hochhaus – und deshalb sind wir ja auch hier.

Vielleicht wird es noch einen Gastbeitrag von Stefan geben, in dem er euch seine fotografischen Ergebnisse aus Frankfurt präsentiert. Versprechen kann ich es euch jedoch nicht. Lasst euch überraschen! Wer mag, kann stattdessen bzw. bis dahin gerne einmal einen Blick in meine früheren Beiträge über Mainhattan werfen, die ihr hier und da findet.

Abgebaut

Meine Kamera bleibt indes während dieser beiden Tage im Hotel und erholt sich von den Strapazen in den Bergen. Ich begnüge mich mit der Rolle als Begleiterin und Assistentin, die lediglich nebenbei ein paar Handy-Fotos knipst.

Im Farbrausch

Tag 18: Höchste Zeit, heute wie geplant nach Hause zu fahren! Das sage ich nicht, weil wir so schrecklich unter Heimweh leiden. Vielmehr grassiert seit gestern das Schreckgespenst namens Beherbergungsverbot durch die Medienlandschaft. Streng genommen hätte uns das Hotel für die letzte Nacht gar kein Obdach mehr geben dürfen. Denn Berlin hat mittlerweile die kritische Inzidenz-Latte gerissen, oberhalb derer wir in Hessen nicht mehr willkommen sind. Vielleicht gelten wir auch als undefinierbarer Grenzfall mit Berliner Wohnsitz, einem Hamburger Mietwagen-Kennzeichen und unserem zweiwöchigen vorherigen Aufenthalt in Bayern 🤷🏽‍♀️. Egal: nichts wie weg! Und so checken wir an diesem sonnigen Dienstagmorgen aus dem Hotel aus und machen uns auf den Heimweg. Am frühen Nachmittag landen wir ohne besondere Vorkommnisse und wohlbehalten in Berlin.

Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits eine vage Vorahnung, dass dies unsere vorerst letzte Reise für eine längere unbestimmte Zeit gewesen sein wird. Umso bewusster und dankbarer blicken wir bis heute auf sie zurück und freuen uns, dass sie uns trotz der viralen Umstände vergönnt war.

Doch ich wäre nicht ich, wenn mir nicht eine machbare Alternative zum „richtigen“ Verreisen eingefallen wäre, um den vor uns liegenden Herbst und Winter mit allen damit verbundenen Einschränkungen doch noch möglichst gut zu nutzen 😎. Bald geht’s hier weiter. Stay tuned und bleibt gesund!

5 Gedanken zu “Ramsau/Garmisch: Tage 14 bis 18 – Ende gut, alles gut

  1. super ! Auf dem Bild „wie gemalt“ sieht man in der Mitte wunderschön die Alpspitze. Da war ich auch mal oben auf dem Gipfel über einen ganz tollen Klettersteig ! Auf dem Wank war ich vor glaub 4oder 5 Jahren. Dort oben gibt es die Wankhütte.
    Deine Handyfotos sind auch super geworden mit tollen Motiven ! Dann bin ich mal gespannt was da alles noch kommt !

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