Heute führt uns unser erster Weg über die Hügel der Stadt zur Großen Olympiaschanze. Wenn das traditionelle Neujahrsspringen stattfindet, ist hier sicher die Hölle los. Doch an diesem 18 Grad warmen Spätsommertag Ende September herrscht naturgemäß gähnende Leere. Alles im grünen Bereich!

Auf dem Sprung

Eine Handvoll Besucher verliert sich in dem recht großen Gelände. Einsam und verlassen hängt ein Paar Wanderschuhe am Rande des Parkplatzes als stummes Zeugnis eines bewegungsintensiven Lebens.

Verwickelt

Nach einem weiteren, etwa 20-minütigen Fußweg erreichen wir unser nächstes Ziel. Vor Millionen von Jahren haben Schmelzwasser und Geröll die harten Gebirgsfelsen in mühevoller Kleinarbeit ausgehöhlt. Übrig blieb eine spektakuläre Schlucht: die Partnachklamm. War es früher lebensgefährlich, sich hier hinein zu wagen, so ist sie heute massentauglich und bequem auf einem befestigten und gesicherten Weg mit ausreichend Abstand zu den tosenden Wassermassen zu durchqueren. Masken auf, Tickets erstanden und rein mit uns!

Die Klamm ist sehr beeindruckend, doch nicht ganz einfach zu fotografieren. Es ist dunkel, eng und nass. Noch schwieriger jedoch ist es, das sich auf 700 Metern Länge abspielende grandiose Naturschauspiel in Ruhe zu genießen! Dabei hält sich die Menge der Besucher heute durchaus in Grenzen. Doch die meisten Leute haben nicht einen Funken Geduld und Muße, auch nur fünf Sekunden zu warten, um sich und andere in Ruhe schauen, genießen und vielleicht hier und da ein Foto machen zu lassen. Dabei haben wir alle möglichen Voreinstellungen an den Kameras schon vorher erledigt, damit es schnell geht 😅.

Der Weg ist sehr schmal. Und so drängeln und rempeln ständig Leute an uns vorbei, höchstens drei Sekunden, nachdem sie Durchlass gefordert haben. Sie hetzen durch die Schlucht, als gelte es, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen und die Goldmedaille im Sprint zu erkämpfen. Nun, wir genießen den Weg dennoch! Die Auswaschungen im Gestein, das hereinbrechende Licht, das tosende Wasser, dessen Geräuschkulisse in der schmalen Schlucht einen hervorragenden Klangkörper findet. Einfach toll, was die Natur hier geschaffen hat! Im Winter soll die Schlucht dem Vernehmen nach noch beeindruckender sein, wenn Schnee und Eis ihre temporären Spuren hinterlassen.

Berauscht
Dusche gefällig?
Klammheimlich
Tempo!
Ausguck

Einen noch besseren Eindruck vermitteln bewegte Bilder:

Als wir wenig später wieder das Tageslicht erblicken, erwarten uns pralle Sonne und ein schöner Rastplatz direkt am Wasser. Wir nutzen diese Steilvorlage und machen es uns ein Weilchen hier gemütlich, bevor es anstrengend wird. So lässt es sich aushalten!

Wilde Wasser
Versteinert

Anschließend starten wir den kleinen Aufstieg zur Partnachalm, die in 1.050 Metern Höhe liegt. Über einen steilen, aber schönen und gut beschaffenen Weg ist sie passabel zu erreichen. Die Aussichten, die sich von dort oben bieten, sind alle Mühen wert! Und den bisherigen Kalorienverbrauch gleichen wir dann auch umgehend mit Kuchen und Saft aus 😎.

Der Mühe Lohn
Prost!
Verdampft

Frisch gestärkt und ausgeruht machen wir uns auf den Rückweg über eine serpentinige Straße, die am rückwärtigen Teil der Alm beginnt. Auf dem Weg nach unten ins Tal amüsieren wir uns über diverse Kuriositäten am Wegesrand …

Na gut!
Lang, lang ist’s her

… und laufen vorbei an hübschen Vierbeinern, die sich um alles Mögliche, jedoch nicht um Abstandsregeln scheren 😅.

Herdentrieb

Und dann stehen wir wieder vor der Großen Olympiaschanze, die jetzt von schönster Nachmittagssonne in Szene gesetzt wird.

Gehupft wie gesprungen

Zufrieden spazieren wir zurück zur Wohnung, wo uns der Balkon herzlich einlädt, auf ihm Platz zu nehmen und den Feierabend einzuläuten. Wer könnte dem widerstehen? Wir jedenfalls nicht. Bis morgen!

8 Gedanken zu “Ramsau/Garmisch: Tag 12 – Schneller, höher, weiter

  1. Die DM-Speisekarte!😅

    Ja, die Partnachklamm ist wirklich eindrücklich. Schade, dass die Menschen so wenig Gelassenheit mitbringen. Man sollte doch meinen, dass sich die Besucher einer solchen Attraktion nicht in Zeitnot befinden.😏 Aber da hilft nur eins: selbst gelassen bleiben.

    Die Ausblicke von der Alm sind sehr schön. Tolles Panorama!

    Gefällt 1 Person

    1. Die Hinteransicht der Schafe konnte ich mir irgendwie nicht verkneifen 😅. Ja, die Partnachklamm ist ganzjährig geöffnet. Es sei denn, es stehen akute Sicherheitsbedenken entgegen. Schau dir mal Fotos in den Weiten des Internets an. Das muss im Winter wirklich sensationell sein mit all dem Schnee und Eis!

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