Heute keine sportliche Betätigung. Die Öffentlichen müssen ran! Auf dem Weg zum nächsten U-Bahnhof fallen uns zwei moderne Gebäude auf, die uns einen kurzen Stopp wert sind.

Anschließend bringt uns die U-Bahn gen Norden. Next Stopp Fröttmaning. Ortskundige ahnen, was jetzt kommt. Nein, nicht nur der schicke Bahnhof.

Nach überschaubarem Fußweg stehen wir vor der Sportstätte, für die der hiesige Erfolgsclub – ich erwähnte es bereits im gestrigen Bericht – das altehrwürdige Olympiastadion verlassen hat. Voilà: die Allianz-Arena!

Ich ahne es schon und höre manche von euch enttäuscht murmeln, die leuchte im Fernsehen doch immer so schön rot! Tut sie auch, aber nur bei Heimspielen des FC Bayern München. Doch auch in jungfräulichem Weiß ist sie eine Augenweide. Oder nicht?

Die Erlebniswelt schenken wir uns und trödeln gegen Mittag bei drückender Hitze zurück zur U-Bahn. Da kommt unser nächster Programmpunkt gerade recht, denn er führt geradewegs in den kühlen Untergrund. Wer hier schon länger mitliest, erinnert sich vielleicht an Stefans Leidenschaft für originell gestaltete U-Bahnhöfe. Nein? Dann unternehmt doch schnell mal einen virtuellen Ausflug mit uns nach Stockholm!

Zurück nach München, wo wir dieses krude Hobby wieder aufleben lassen. Willkommen auch beim Running Gag à la „Wo sind denn nur die Menschen?“ 😎. Tja, alles eine Frage der Geduld und des richtigen Timings.

Und der richtigen Haltung 😅.

Als wir uns wieder ans Tageslicht wagen, ist die schlimmste Mittagshitze vorüber. Doch es ist immer noch kuschelig warm. Oben erwartet uns die Maxvorstadt, Münchens Museums- und Universitätsviertel. Hier reiht sich ein musealer Hochkaräter an den anderen.

Die eine oder andere Ausstellung hätte uns durchaus interessiert. Doch wir haben nur noch diesen schon recht fortgeschrittenen einen Tag. Und so beschließen wir, einmal zu einer klassischen „Drinnen“-Jahreszeit zu einem expliziten Museums-Wochenende hierher zurückzukehren und es jetzt beim Outdoor-Programm zu belassen.

Das größte architektonische Schmuckstück ist hier sicher das Museum Brandhorst (nichts für Klaustrophobiker, denn es hat nur ein einziges Fenster!). Die Außenfassade des 2009 nach ökologischen Maßstäben errichteten Gebäudes besteht aus 36.000 Glaskeramikstäbchen, die in 23 Farben leuchten. Darunter liegt aus Gründen des Schallschutzes eine Schicht aus gefaltetem Lochblech. Wer die Klassische Moderne (Beuys, Warhol und Konsorten) mag, der ist hier gut aufgehoben. Beim nächsten Mal bin ich hier auch drin!

Gleich gegenüber steht die Pinakothek der Moderne, deren aktuelle Ausstellung „Zugang für alle – São Paulos soziale Infrastruktur“ uns ebenfalls gereizt hätte. Nun denn …

Und auf der Wiese zwischen den beiden landet derweil Besuch von einem fremden Planeten 😎.

Auf der Suche nach genehmer Nahrung schlendern wir entlang der Türkenstraße durch den sehr netten Kiez (sagt man das eigentlich so in München wie in Berlin?). Das von Sabine empfohlene Café Katzentempel ist zu dieser klassischen Kaffeezeit recht voll und laut. Und so lassen wir uns dann doch woanders nieder. „Hans im Glück“ serviert leckere vegane Burger. Und das passt für uns.

Danach ein kurzer Abstecher in Münchens Altstadt. Hier für euch dann doch zur „Versöhnung“ ein Foto mit nicht ganz so moderner Architektur 😅.

Direkt dahinter liegt die Shopping Mall „Fünf Höfe„. Einkaufen wollen wir hier nicht, auch wenn Stefan einen kurzen Abstecher zur hiesigen Filiale von Hugendubel anregt. Vielmehr zieht uns das Versprechen meines Reiseführers, die riesige Stahlkugel unter der Decke sei fotogen, hierher. Und es stimmt!

Zu Fuß durch die überfüllte Fußgängerzone zum Marienplatz, runter in den U-Bahnhof. Hier gilt es, den Zeitpunkt abzupassen, zu dem die aussteigenden Massen schon weg sind und die nächsten einsteigenden Massen noch nicht durch die Gänge tapsen 😅.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir damit, die restlichen U-Bahnhöfe auf Stefans berühmt-berüchtigter Liste abzufahren und abzulichten.

Danach kehren wir ermattet ins Hotel zurück. Während ich es mir dort gemütlich mache, erfasst Stefan zur Blauen Stunde doch noch ein Energieschub. Und so trabt er, mit dem Stativ bewaffnet, fröhlich los, um sich den in unserer Hotelecke gelegenen Highlight Towers zu widmen. Hier spendiert er euch zwei seiner Aufnahmen.

Am darauffolgenden Sonntagmorgen haben wir genügend Zeit, um ausgiebig im Hotel zu frühstücken. Denn unser Zug fährt erst gegen 10 Uhr. Mit einer dann doch geringeren Verspätung als „angedroht“ starten wir gen Berlin, wo wir dank Aufholjagd pünktlich am frühen Nachmittag landen. Schön war es! Wir kommen wieder!

12 Gedanken zu “Tage 3 und 4: München – Fußball, Kiez und Untergrund

  1. U-Bahnhöfe: welche sind die letzten 3 Bilder, vor allem die Station mit den „kleinen“ Leselampen?

    Zu Museum Brandhorst: trotz des nur einen Fensters, sind die Innenräume voller Licht und Helligkeit, da sie sehr großzügig geschnitten sind. Ich meine dass man in den Museen meistens gar nicht mehr ob es ein oder gar keines oder sehr viele Fenster gibt. Man hält Ausschau nach Wänden und der „Dekoration“ drauf ;-). Besonders erinnere ich mich an das obere Stockwerk im Brandhorst, wo eine großartige Kollektion einiger Cy Twombly Gemälde ausgestellt ist: http://www.cytwombly.org/public-collections .

    Gefällt 1 Person

    1. Der mit dem schwarz-weißen Boden ist Josephsburg.Der darunter mit den fetten Lampen ist Westfriedhof. Und der letzte ist Georg-Brauchle-Ring. @ Brandhorst: das glaube ich gerne, dass man drinnen so von den Exponaten gefesselt ist, dass man die nicht vorhandenen Fenster gar nicht vermisst. Zudem gibt es dann auch keine störenden Blendungen 😎. Beim nächsten Besuch ist dieses Museum jedenfalls gesetzt, nicht nur aber auch wegen Twombly.

      Liken

  2. Könnt Ihr das Hotel empfehlen? Ich bin mit Vorliebe im Ibis City Nord – super praktisch, 2 Minuten zu Fuß zur U6, U-Bahnhaltestelle Nordfriedhof, Frügstück ist sehr gut, Zimmer zur Seite und nach hinten absolut ruhig, man hört nix vom Straßenverkehr obwohl Ungererstraße eine der befahrensten Großstraßen in München ist, und die Preise für Münchener Verhältnisse für Hotelzimmer sind sehr akzeptabel.

    Gefällt 1 Person

    1. Wir waren im Steigenberger in der Berliner Straße, ebenfalls in Laufweite zur U Nordfriedhof. Ich kann es empfehlen, auch wenn es im Vergleich zu anderen Häusern der Kette (z.B. Hamburg oder Heringsdorf/Usedom) etwas kleine Zimmer hat. Ruhige, zentrale Lage, angenehme Umgebung. Das Frühstücksbuffet hatte alles, was in Hotels dieser Kategorie so üblich ist. Also fast alles 😅. Wegen Preis: ich hatte letztes Jahr bei einem Veranstalter namens „Berge und Meer“ einen günstigen Gutschein für zwei Übernachtungen in einem Steigenberger der eigenen Wahl im Rahmen einer Sonderaktion gekauft. Die dritte Nacht, die natürlich teurer war als die beiden anderen, habe ich dann beim Hotel direkt gebucht. Im Schnitt ergab das dann einen akzeptablen Preis pro Nacht. Die eine zusätzliche Nacht war halt Münchener Niveau.

      Liken

  3. Wow! Die U-Bahnhöfe sind ja allesamt der Knaller! Da hat sich München richtig ins Zeug geschmissen! Was für Hingucker! Aber eure Haltung war auch 1A!😂👍 Das mit dem Abpassen des richtigen Moments kenne ich. Am besten funktioniert das, wenn’s nur einen Ausgang gibt. Dann einfach am anderen Ende positionieren. In Berlin gibt’s das ja fast nirgends, allerdings haben wir auch nur wenige schöne U-Bahnhöfe.

    Gefällt 1 Person

    1. Die meisten Stationen haben mehrere Ausgänge. Besonders schwierig war es im Epizentrum der Stadt, dem Marienplatz, zudem noch an einem Samstagnachmittag 😅. Da mussten wir echt schnell sein. Stimmt, in Berlin ist es etwas mau mit ansehnlichen U-Bahnhöfen. Die Stationen der U7 ab Charlottenburg bis zum Rathaus Spandau sind ganz gut!

      Gefällt 1 Person

  4. Hallo! Ich danke Euch für die tollen Fotos von den so schönen U-Bahnhöfen, die eine ganz andere Perspektive haben als im wuseligen Alltag! Wenn ich überhaupt mal am chaotischen S-Marienplatz bin, dann ist es ein Wettlauf gegen die Massen, vorallem die steilen Rolltreppen im Eiltempo hoch …..ich bin wirklich beeindruckt. Schade, daß Ihr das Katzencafe sausen lassen musstet…..Im hohen Norden war es auch sehr heiß!

    Gefällt 1 Person

    1. Freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Ich glaube dir gerne, dass du die Schönheit der Bahnhöfe im Alltag nicht so wahrnimmst. Geht mir in Berlin ähnlich. Aber als Tourist ohne festes Ziel kann man sich ja den schönen und nicht nur den praktischen Seiten seiner Umgebung widmen. Ich hoffe, Ihr hattet nicht nur eine heiße, sondern auch eine gute Zeit im Norden!

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s