Montréal ist mit seinen rund vier Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Kanadas. Auch in einer weiteren Kategorie hat sie sich die Silbermedaille gesichert. 70% der Bewohner sorgen dafür, dass Montréal nach Paris die zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt ist.

Bis in die 1970er Jahre schlug hier das ökonomische Herz des Landes, bis die Separatistenkrise – ihr erinnert euch an die diversen Anläufe zur Abspaltung von Kanada – viele Akteure ins benachbarte Ontario und damit nach Toronto trieb.

Das Stadtgebiet liegt auf einer Insel mitten im St.-Lorenz-Strom und ist mit Wasser und Grün reich gesegnet. Unser Hotel liegt sehr zentral genau an der Nahtstelle zwischen der Altstadt (Vieux Montréal) und der Downtown. Und so steht einem Start zu Fuß Richtung Altstadt nichts im Wege.

Direkt hinter dem Hotel liegt die recht kleine Chinatown am frühen Morgen noch im wohlverdienten Tiefschlaf. Abends steppt hier vermutlich mehr der Bär.

Einmal quer über die Straße, und schon fallen wir über das Convention Center mit seiner wunderbar bunten Fassade.

Direkt dahinter beginnt dann auch schon die Altstadt. Wir schlendern durch die Gässchen, …

… schauen uns die Altbauten und Stadtplätze an, …

… und landen dann recht bald am Wasser, wo sich uns ein wahres Kontrastprogramm bietet. Von runtergerockter Industriearchitektur …

… über modernes Wohnen (hier die preisgekrönte, gekonnt verschachtelte Anlage Habitat 67 von Moshe Safdie aus der Ferne abgelichtet) …

… bis hin zu klassischer moderner Architektur ist alles dabei.

Vorbei am südlichen Rand der Altstadt …

… stürzen wir uns wieder ins eher gemäßigte Getümmel und lassen Vieux Montréal auf uns wirken. Ehrlich gesagt hatte ich mir von der Altstadt nach alldem, was ich im Vorfeld gelesen hatte, etwas mehr versprochen. Doch offenbar hatte ich dabei gedanklich außer acht gelassen, dass es sich hierbei trotz aller Vergleiche mit Paris und ihrem für hiesige Verhältnisse recht hohen Alter eben trotzdem um eine nordamerikanische Stadt handelt. Altstädte können wir in Europa einfach besser. Aber ich jammere hier auf hohem Niveau: es gibt schon hübsche Ecken hier, auch wenn sie rarer gesät sind als erwartet.

Der Basilika Notre-Dame am zentralen Place d’Armes …

… werden wir an einem der kommenden Tage noch einen gesonderten Besuch abstatten. Und so ziehen wir nach einem Kaffeestopp weiter die Rue Notre-Dame entlang. Dort ist nicht nur schon frühzeitig die Weihnachtssaison ausgebrochen, …

… sondern auch die Bauwut. Montréal ist eine riesige Baustelle! Dachte ich bisher, dieses Merkmal sei exklusiv Berlin vorenthalten, so muss ich mich hier eines Besseren belehren lassen. Und dieser Eindruck wird sich auch in den kommenden Tagen noch verfestigen.

So, und nun komme mir keiner mehr an damit, ich würde euch nur mit Fotos von den schönen Dingen einer Stadt füttern und euch so vom Boden der Tatsachen fern halten!

Nachdem wir das Hôtel de Ville (Rathaus) bewundert haben, …

… laufen wir über die Place Jacques Cartier (siehe heutiges Titelbild) wieder Richtung Wasser. Dort schlendern wir eine Weile am Ufer entlang bis zum Clock Tower und genießen ausgiebig die Szenerie. Diese Ecke hat was!

Von hier aus bietet sich uns darüber hinaus auch ein verdichteter Blick auf die sehr facettenreiche Stadtsilhouette. Wimmelbild meets Fotomontage. Aber nein: alles echt!

Auf dem Weg zurück in die Stadt schauen wir uns das sehr fotogene Riesenrad („La Grande Roue“) an, was in unserem Fall mal wieder etwas länger dauert 😅. Doch es ist es wert. Seht selbst:

Eine Drehung um 180 Grad lohnt sich hier auch! Ob mit oder ohne „Deko“.

Jetzt aber zurück ins Städtchen, …

… wo wir schon bald vor diesem schmucken Häuschen stehen, das einem Museum mit nur schwer zu merkendem Namen eine Heimat gibt. Darf ich vorstellen? Das Musée Marguerite-Bourgeoys et Chapelle Notre-Dame-de-Bon-Secours!

Wir schauen noch kurz in die ehemalige Markthalle Marché Bonsecours, die heute vornehmlich als Ausstellungshalle genutzt wird und schön anzusehen ist. Platz für diverse Restaurants und Läden hat sie auch. Wenn denn die Bauarbeiten erst mal wieder beendet sind 😅.

Auf dem Heimweg frönen wir einer unserer Leidenschaften und statten dem U-Bahnhof Square Victoria einen Besuch ab. Dieses Foto stammt von Stefan.

Unser Fußweg zurück zum Hotel lässt uns den Rand der Downtown streifen, wo wir über dieses gelungene Werk stolpern, das an ein schon länger zurückliegendes Sportereignis denken lässt. Möge auch euch ein Licht aufgehen! Bis morgen.

5 Gedanken zu “Tag 25: Montréal – Die Altstadt

  1. Hallo Elke,
    vielen tausend Dank.
    Neben deinen ok euren, gibt ja noch das U-Bahnbild (Spaß beiseite), wundervollen Aufnahmen lerne ich sehr viel dazu. Wirklich ganz tolle Reiseberichte. Hätte jetzt nicht gedacht, dass Montréal, also sprachlich gesehen, die zweitgrößte Stadt „Frankreichs“, also so ja nicht – du weißt schon – ist. Dass so viele Kanadier fransözisch sprechen war mir nicht bewusst. Auch nicht, dass es so wunderbare neuere Architektur gibt.
    Vielen Dank dafür.
    Liebe Grüße, Peter

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  2. Von einer „Altstadt“ erwarten wir Europäer definitiv etwas mehr, da ist was dran. Schöne Gebäude gibt’s ja scheinbar trotzdem. Dieses #mtrstyle ist schon witzig und setzt einige Bauwerke (oder andere Beiwerke😜) gekonnt in Szene. Aber was echt haften geblieben ist, ist diese völlig überladene Stadtsilhouette. Halleluja!🙈

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    1. Ja, man findet schon einige schöne Gebäude da, auch wenn die Altstadt wirklich eher übersichtlich ist. Das #mtrstyle regt in der Tat zu allerlei kreativen Blickwinkeln auf Bau- und Beiwerke, wie du es so schön ausgedrückt hast, an 😎. # Stadtsilhouette: das wirkt schon etwas überladen. Dieser Effekt wird allerdings durch das 135 mm-Objektiv noch etwas verstärkt. „In echt“ wirkt das Gebäudeensemble nicht ganz so komprimiert.

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