Wir verlassen die Stadt Richtung Norden und staunen nicht schlecht. Deutlich ist heute morgen zu sehen, dass der St.-Lorenz-Strom bei Ebbe an dieser Stelle tatsächlich vier Meter Höhenunterschied zur Flut aufweist. Gestern Gelerntes nun live und in Farbe erlebt.

Für die 216 Kilometer, die wir bis zu unserem heutigen Ziel zurücklegen, benötigen wir rund vier Stunden reine Fahrzeit. Die sehr schöne Strecke führt uns meist direkt am Strom entlang und bietet viele Steigungen. Endlich mal eine Landschaft mit Relief! Dank der Gefälle bis zu 16% geht es heftig auf und ab.

Zugleich verändert sich die Landschaft. Sie wird nicht nur hügeliger, sondern auch schöner. Laubwald geht über in Mischwald, man sieht immer mehr Nadelbäume. Kleine Seen liegen hier und da links und rechts des Weges. Doch schaut selbst – und seht bitte großzügig über die eher bescheidene Qualität der Fotos hinweg. Ich habe sie mit dem Handy in voller Fahrt über teils ruckelige Straßen durch die Autoscheiben geschossen.

Schöne Örtchen säumen ebenfalls unseren Weg. Dank eines zeitweisen Stopp and Go durch ungünstige Ampelschaltungen in La Baye wissen wir nun nicht nur, wie die Schulbusse im Detail aussehen, …

… sondern können auch den einen oder anderen Blick links und rechts auf das Treiben im Dorf werfen. Das nimmt die Beifahrerin so in Anspruch, dass sie völlig vergisst, Fotos davon zu machen. Pech für euch!

In St. Irenée stoppen wir unten am Wasser und vertreten uns die Füße. Ein sehr lauschiges Plätzchen!

Ein kurzer Fotostopp in Baie-Sainte-Catherine, …

… und dann ist nach der nächsten Kurve plötzlich Schluss mit unserer Straße! Der Rivière Saguenay trifft hier nicht nur auf den St.-Lorenz-Strom, sondern trennt uns auch von unserem Ziel am anderen Ufer. Also rauf auf die Fähre und die Aussicht auf die fjordartige Landschaft genießen!

Bei strahlender Sonne und heftigem Wind erreichen wir kurz darauf Tadoussac, wo wir uns zweieinhalb Tage „auf dem Lande“ ein Kontrastprogramm zur bisher eher städtelastigen Reise gönnen werden.

Der Check In in dem charmanten Motel verläuft erfreulich. An der Rezeption treffe ich auf eine Französin, die ich viel besser verstehe als die meisten Frankokanadier (verzeiht mir die Ausdrucksweise, ihr Québecois und Ontariois dieser Welt!). Liegt es also doch nicht an meinem eingerosteten Französisch.

Nach dem etwas späteren Mittagessen starten wir zu einem ersten Rundgang durchs überschaubare Dörfchen. Unser erster Eindruck: sehr charmant und gemütlich! Und die Lage ist unschlagbar (siehe auch das heutige Titelbild).

Unten am Hafen …

… kommen wir mit zwei Frauen aus Dortmund ins Gespräch und verplaudern uns ausgiebig. Für morgen haben wir nun eine Verabredung zum whale watching!

Zurück zum Motel. Wir müssen dringend Klamotten waschen. Da es in dem kleinen Motel keine Guest Laundry gibt, folgen wir dem Rat der netten Französin, zum Campingplatz außerhalb des Ortes zu fahren. Gesagt, getan. Dort finden wir eine „freie“ Waschmaschine, doch an der Rezeption gibt es kein Waschmittel mehr. Zurück zum Motel, Waschmittel „erbettelt“ (der kleine örtliche Supermarkt hat schon geschlossen) und wieder zurück zum Campingplatz. Wir bleiben zwangsläufig dort, bis die Wäsche gewaschen und durch den Trockner „gelaufen“ ist und überbrücken die Zeit mit einem Brettspiel auf Stefans iPad. Noch nie habe ich auf Reisen so zeitaufwändig gewaschen! Gibt es im Hotel einen Waschraum für Gäste, werfe ich die Klamotten in die Maschine, verkrümele mich ins Zimmer und überlasse das nasse Häufchen seinem Schicksal, bis es sauber und trocken ist. Das sind die Sorgen der Hausfrau auf Reisen 😅.

Danach erholen wir uns von den Strapazen des heutigen Tages bei einem Baseballspiel in der Glotze. Sollen sich doch mal andere anstrengen 😜.

4 Gedanken zu “Tag 21: Von Québec nach Tadoussac – Auf in den Norden

  1. Strapazen? Danach hörte sich der Tag ja nun gar nicht an.😛 Im Gegenteil, ein Tag nach meinem Geschmack: eine tolle Strecke mit schöner Landschaft und einer Fährüberfahrt und zu guter letzt noch so ein süßes Dörfchen am Wasser. Schön!👌🏼

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