Wie gut, dass wir schon gestern Abend so weit wie möglich gepackt hatten. Denn irgendwann im Laufe der Nacht wurde unser Hotelzimmer heimtückisch vom Strom im Stich gelassen. Und so tappen wir am sehr frühen Morgen buchstäblich im Dunkeln. Der flugs herbeigeeilte Hotelangestellte bringt den Strom zwar auch nicht zum Fließen, lässt uns aber immerhin eine Taschenlampe da. So schaffen wir es dann auch, unfall- und rückstandsfrei die restlichen Sachen in die Koffer und Rucksäcke zu verstauen und einigermaßen zeitig das Weite zu suchen.

Doch das überraschende Ungemach am frühen Morgen ist ganz schnell vergessen, als wir nach unserem elitären und flotten Priority-Boarding und einer kurzen Stippvisite in der Lounge unsere illustren Plätze im Flieger erobern. Unser erster Flug in der Business Class – die hochverehrten Vielflieger sprechen von „in der C fliegen“ – steht bevor! Und so möget ihr mir bitte nachsehen, dass mir an dieser Stelle der Begeisterungsgaul durchgeht.

Kaum sind wir in der Kabine, lässt uns der stolze Pilot wissen, dass wir heute das Vergnügen haben, den allerersten offiziellen Flug dieser krachneuen, erst wenige Tage zuvor gelieferten Boeing 787 Dreamliner miterleben zu dürfen. Als ahnungslosem Neuling fehlt mir ja der Vergleich, was die Business Class üblicherweise so bietet. Aber dieses Teil hier hinterlässt jedenfalls mächtig Eindruck bei uns.

Man sitzt superbequem, kriegt von den anderen Passagieren so gut wie nichts mit, hat viel Platz zur Seite und nach vorne, und der Sitz lässt sich komplett zum Bett „flachlegen“. Es gibt eine Menge Platz zum Verstauen der mitgebrachten Habseligkeiten, deutlich besseres Essen als in der Holzklasse und einen hochwertigen Noise Cancelling-Kopfhörer, der auch noch die letzte lästige Geräuschkulisse des Fliegers wegzaubert. Hier ein paar Fotos von unserem Paradies über den Wolken:

Die Speisekarte für „Normalesser“ sah so aus:

Unsere vorab bestellte vegane Variante war jedoch auch nicht zu verachten:

Derart abgefüllt, falle ich kurze Zeit später in einen sehr erholsamen Mittagsschlaf auf meinem ausgezogenen Bettchen. Kann man nach diesem großartigen Erlebnis je wieder Economy fliegen? Keine Ahnung 🤓.

Nach rund acht Stunden landen wir pünktlich und ausgeruht (bei Langstreckenflügen ja sonst eher unüblich …) in Toronto. Einreise und Koffer einsammeln sind im Handumdrehen erledigt, und schon sitzen wir im Zug Richtung Union Station im Zentrum Torontos.

Die Stadt empfängt uns mit sehr schwülen 25 Grad, als wir nach der Zug- und anschließender kurzer U-Bahnfahrt wieder an der Oberfläche auftauchen. Rein ins Apartment, das für knapp eine Woche unser Zuhause sein wird. Ohne es an dieser Stelle weiter ausführen zu wollen: es ist nicht unbedingt das, was wir uns vorgestellt hatten … Doch immerhin liegt die Hütte sehr zentral.

Nun aber keine Müdigkeit vortäuschen! Die Zeitverschiebung beschert uns heute mit sechs zusätzlichen Stunden einen langen Tag, den wir unbedingt ohne weitere Kurzschläfchen durchstehen wollen. Umso schneller findet man in den neuen Rhythmus. Also raus mit uns! Wir decken uns im nächsten Supermarkt mit ein paar Lebensmitteln ein, bewundern die Farbenpracht auf dem Straßenumzug zum India Day …

… und kehren dann wieder in die Wohnung zurück. Bis 21:30 Uhr Ortszeit halten wir tapfer durch. Aber dann ist endgültig Feierabend … Stay tuned!

8 Gedanken zu “Tag 3: Von Amsterdam nach Toronto – Über den Wolken

  1. Geil, ich hatte beim Lesen voll das Dejavu, weil ich gestern Abend dein Buch begonnen habe. Da hast du ähnlich geschrieben, was die Zeitumstellung anbelangt, und auch ähnlich lange durchgehalten.😂 Zur „C“ muss ich wohl kaum etwas sagen! Toll toll toll! Alles richtig gemacht!👍 Obwohl mir persönlich wohl in der Tat unwohl gewesen wäre, hätte ich gewusst, dass es der erste Flug im Realbetrieb der Maschine ist. Du kennst mich ja.🙈
    Witzig, dass ihr auch gleich einen Umzug sehen konntet, das sieht man ja nicht alle Tage. Ich wünsche euch eine aufregende Woche in Toronto, auch wenn das Apartment ja nicht so dolle zu sein scheint.

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    1. @ Zeitumstellung: stimmt, das ist schon länger meine Strategie 😎. Doch ich muss sagen, dass das in Australien etwas schwerer durchzuhalten war als hier in Kanada. Es ist leichter, sich länger wachzuhalten als sich zum Schlaf zu zwingen, wenn man nicht müde genug ist. @ Jungfernflug: das kann ich mir vorstellen, was da an Kopfkino bei dir abgelaufen wäre 😂! @ Wünsche: Danke!

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