Dank Lufthansa gestaltet sich der Start in meine langersehnte Reise unnötig spannend. Die Maschine kommt schon dicke zu spät aus Frankfurt nach Berlin, weil irgendwas mit dem Papierkram nicht in Ordnung war, so jedenfalls die Version des Piloten. Das übliche Chaos in Tegel tut sein Übriges dazu, dass der Flug in die umgekehrte Richtung dann noch mehr Verspätung einfliegt. Zwei komfortable Stunden geplante Luft zwischen der Landung in Frankfurt und dem Weiterflug nach Hongkong schrumpfen so auf sagenhafte 25 Minuten, in denen ich auch noch das Terminal wechseln und durch die Sicherheitskontrolle muss. Die besagten 25 Minuten beziehe ich wohlgemerkt auf die verbleibende Zeit bis zum Abheben.  Das Boarding läuft bereits, als ich den Flieger aus Berlin verlasse. 

Die Mitarbeiterin an Bord der ersten Maschine  will mir kurz vor der Landung weismachen, dass ich den Anschlussflug auf gar keinen Fall schaffen kann. Ich solle mich doch am besten gleich an das Bodenpersonal in Frankfurt wenden. Ich sei sicher samt Gepäck schon umgebucht worden. Doch ich lasse mich vom Optimismus meines kalifornischen Sitznachbarn anstecken, der exakt das gleiche zeitliche Problem hat und unbeirrt in Richtung seines Fliegers nach San Francisco sprintet. Auch ich übe mich im Schweinsgalopp und siehe da: es klappt! Und wider alle Befürchtungen und Prophezeihungen schafft sogar mein Gepäck das rechtzeitige Umladen. Und so lande ich nach einem etwas ruppigen und schlafarmen Nachtflug überpünktlich und mit vollständigem Gepäck in Hongkong.

Die Stadt empfängt mich am frühen Mittwochmorgen – ich habe einen Zeitsprung von sieben Stunden nach vorne gemacht – mit etwas diesig-grauem Himmel, aber angenehmen Temperaturen, die sich im Laufe des Tages auf 26 Grad hochschaukeln. Sehr angenehm nach den kalten Tagen in Berlin! Ich verfrachte meine Siebensachen in den Flughafenbus A11. Dieser hat zwar eine etwas längere Fahrtzeit als der Airportzug, entschädigt aber zum Ausgleich mit spektakulären Stadtansichten. Im Hotel angekommen, habe ich wieder Glück. Mein Zimmer ist schon bezugsfertig. Nach einem kurzen Ausflug unter die Dusche mache ich mich dann gleich wieder vom Acker. Nur keine Müdigkeit vortäuschen! 

Ich wohne dieses Mal auf Hongkong Island, und dort halte ich mich auch bis auf einen kurzen Abstecher am späteren Nachmittag nach Kowloon die ganze Zeit auf. Ich lasse mich einfach durch die teils engen Straßen treiben, genieße das lebendige Flair, den Trubel und die Geräuschkulisse.

Mir begegnen die geliebten und unvermeidlichen Hochhäuser …
 

… die tollen, teils recht altmodischen Straßenbahnen, in denen man erst beim Aussteigen zahlt …
 

… schlendere durch verkramte Gässchen und schicke Shoppingmalls … 
 

 … amüsiere mich über Kuriositäten und den Alten Sack , der heute echt rampensäuisch drauf ist …
 

… betrachte die sich ständig wandelnde Stadt …
 

.. und lasse den Nachmittag bei früh einsetzender Dämmerung auf der Kowloon-Seite ausklingen.
 

Die beiden ersten  Tage waren schön, aber auch anstrengend. Gute Nacht!

13 Gedanken zu “Tage 1 und 2 – Von Berlin via Frankfurt nach Hongkong

  1. Och nö, schon wieder Skyscraper…
    Spaß beiseite: cool, dass Du im Schweinsgalopp die Chinesen aus fast allen Fotos vertrieben und uns hier in vorweihnachtlicher Frische zurückgelassen hast.
    Viel Spaß und erstmal guten Schlaf.

    Wolfgang winkt!

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  2. Jetzt bin ich aber docj gespannt, wie du das geschafft hast. In 25 Min. von einem ins andere Flugzeug…in Frankfurt…mit Terminalwechsel u. Sicherheitskontrolle…na, da hast du uns doch noch ein Detail verschwiegen, oder?😜

    Ansonsten: hätte ich, aber minus 25 Minuten, sein können.😂 Und Hut ab, dass du sofort los bist. Ich hätte mich, da es ja noch recht früh war, auf jeden Fall 2 h hingelegt.😴

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    1. Also jedenfalls haben sie mich nicht mit Rollstuhl oder Gepäckwagen übers Rollfeld zum Anschlussflug kutschiert 😂! Ich sach nur: aus dem Flieger gestürzt, aus T1 raus durch die Massen gedrängt hoch zum Skytrain, der kam in zwei Minuten, dann Glück gehabt, dass Gate E2 in Terminal 2 recht nah am Skytrain ist. Sicherheitskontrolle war wenig los um die Zeit dort (der Rest der Welt saß ja schon im Flieger), also auch Glück gehabt. Zentral für alle Flüge am Terminal 2 war nur das Zeigen von Bordkarte und Ausweis. Security war direkt am Gate. Das ist dort so wie in Tegel im Terminal A. Vor allem aber war ich schon ziemlich Usain-Bolt-mäßig unterwegs 😂. Das viel größere Wunder war ja für mich, wie die das mit dem Gepäck hingekriegt haben! Zwischen Landung des einen und Abflug des anderen lagen ja keine 60 Minuten, die sie nach Auskunft der Mitarbeiterin, die mich in den zweiten Flug geboardet hat, als Minimum brauchen, um das hinzukriegen. Mein Koffer muss dann wohl noch schneller aus dem ersten Flieger rausgekommen sein als ich aus Reihe 54 😀.

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      1. Ich hätte es sicher gar nicht erst probiert…bin auch nicht so fit wie du. Ich hab Flüge schon bei viel mehr Zeit verpasst.😛 Da hast du, und vor allem dein Gepäck, aber wirklich eine Unmenge an Glück gehabt.🍀

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